In einem offenen Brief an den Chefredakteur der NW, Thomas Seim, verwahrt sich die Bezirksvorsitzende Gudrun Kopp gegen pauschale Vorwürfe der Neuen Westfälischen gegen die „Westerwelle-FDP“.
Sehr geehrter Herr Seim,
jetzt reicht´s! Als Liberale in Ostwestfalen-Lippe verfolgen wir seit langem mit großem Unmut den Umgang der Redaktionsleitung der NW mit der FDP auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Das ist Ihnen nicht erst seit unserem letzten Gespräch bekannt.
Ihr heutiger Kommentar ist nach meinem Verständnis der Gipfel einer offenbar sehr langfristig angelegten Kampagne gegen die FDP. Sie nehmen darin für sich in Anspruch zu wissen, was Anstand ist, indem Sie völlig undifferenziert alle Liberalen diffamieren: „Diese Westerwelle-FDP ist unanständig“, urteilen Sie. Damit sind auch alle 2.300 liberalen OWL-Mitglieder gemeint – und diese Zahl steigt sicher zu Ihrem Verdruss weiter an – besonders die vielen Kommunalpolitiker, die ehrenamtlich vor Ort in den Stadträten und Kreistagen nach getaner Arbeit für das Gemeinwohl und den Erhalt wichtiger demokratischer Strukturen großen Einsatz zeigen.
Ich finde diese Art der Auseinandersetzung mit uns Liberalen alles andere als anständig, zumal Sie dies sehr ungeniert unter der Überschrift „unabhängig und überparteilich“ adressieren. Sie klären Ihre Leser eben nicht darüber auf, dass die Neue Westfälische im Mehrheitsbesitz der SPD ist. Auch das ist eine Frage des Anstands.
Interessant ist zudem, dass Sie Umfrageergebnisse für die FDP von 7 % zitierten, wohl wissen, dass diese Zahl „von vorgestern“ war. Vielleicht aber lag Ihr Kommentar schon einige Zeit vorgefertigt in der Schublade; da hätten zweistellige Umfragewerte - wie die
aktuellen – schlecht in den Negativ-Kontext Ihres Kommentars gepasst.
Als Vorsitzende der Liberalen in Ostwestfalen-Lippe werde ich diese Art des Umgangs nicht länger hinnehmen, zumal ich weiß, wie sinnlos alle bisherigen Gesprächsbemühungen geblieben sind und ich mir vorstellen kann, in welcher Weise Sie gerade im Rahmen des Landtagswahlkampfes noch agieren werden.
Sie müssen wissen, dass wir Liberalen uns jetzt zur Wehr setzen mit den Mitteln, die Kunden (als Abonnenten und Anzeigenschalter) nun einmal haben, um damit ein sehr deutliches Zeichen des Protestes zu setzen. Dazu gehört auch, verstärkt elektronische Informations- / und Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen, um unsere Mitglieder und Wähler und Ihre Noch-Leser sehr gezielt zu erreichen.
Es versteht sich von selbst, dass ich die Geschäftsleitung der Neuen Westfälischen ebenfalls informieren werde.
Liberale Grüße sendet Ihnen Gudrun Kopp